Sonntag, 23. April 2017

Bloggeburtstag

Heute vor fünf Jahren ging hier mein erster Post online. Und während andere Blogger*innen zu ihrem Fünfjährigen beeindruckende Besucherstatistiken und Kommentarzahlen vorweisen können und sich bei ihren Leser*innen für die Treue bedanken, kann ich nur sagen: Den Blogstatistiken von Blogspot traue ich nicht, Kommentare gab es in den fünf Jahren genau 18 Stück (über jeden einzelnen habe ich mich sehr gefreut), die Hälfte meiner geschätzten drei Leser*innen kenne ich persönlich (danke, dass ihr hier mitlest!) und ingesamt ist aus dem Blog nix weiter geworden als das, was er von Anfang an war, eine Art öffentliches Notizbuch, in das ich anonym und unregelmäßig reinschreibe, ohne Ziel und Zweck (ohne Sinn und Verstand wäre irgendwie noch schöner, aber das muss einem erst mal gelingen.)
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Young Love, heimlich in der Tram fotografiert. Wie sie sich auf seinen Schoß gesetzt hat, obwohl die Tram gar nicht voll war, mit der größten Selbstverständlichkeit, wie überhaupt dieses Pärchen die größte Selbstverständlichkeit ausstrahlte, natürlich gehören wir zusammen, wir und die Schnittblumen und die Tiefkühlpizza auf dem Weg durch Friedrichshain, das ist unser Freitag, früher Abend.
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Viele Jahre später glaub ich, dass mehr Mut dazu gehört, weiterzumachen als zu springen. Dabei liest man immer, dass Springen etwas Gutes sei. Spring ins Ungewisse, spring ins kalte Wasser, spring ins Glück! Der Sprung an sich ist aufregend, rebellisch, radikal. Der Moment der Tat birgt ein Versprechen ins sich. Ein neues Leben, eine andere Routine, ein veränderter Tagesablauf. Trotzdem muss man Kaffee kaufen, man muss die verdorbene Milch wegschütten und abends die Wäsche aufhängen. Ganz unmythisch auf einen Wäscheständer wie Tausende andere auch.
Weitermachen – ein wunderbarer Text von Barbara Kaufmann.
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Spontanverliebtheit in Wisława Szymborska.
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Und dann noch dieser Ohrwurm. "There's nothing to be proud of, there's nothing to regret / when you are with the Phantom of the Operette."