Sonntag, 24. November 2013

24


Ich bin der springende Punkt. Ich bin die Katze im Sack, die Taube auf dem Dach, der Hase im Pfeffer und die Schäfchen im Trockenen. Ich bin der rote Faden, das A und O. Ich bin das Ass im Ärmel. Ich bin Jacke wie Hose. Ich bin der Braten, den alle schon gerochen haben, das Haar in der Suppe. Ich bin die ruhige Kugel. Ich bin die bare Münze. Ich bin die Rechnung ohne den Wirt, die Radieschen von unten, der Teufel komm raus. Ich bin die zwei Paar Schuhe. Ich bin der Stein des Anstoßes. 

Samstag, 23. November 2013

15-23


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Läuft ja prima, das tägliche Bloggen hier.

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(Haha.)

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Gelernt, dass man im Islam die fünf Gebete am Tag auch nachholen kann, abends zum Beispiel. Warum also nicht auch Blogeinträge nachholen?

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Fastentage dürfen übrigens ebenfalls nachgeholt werden. Und ein Mann kann sich von seiner Frau scheiden lassen, indem er dreimal „Ich verstoße dich“ zu ihr sagt. Habe ich zumindest gelesen. Inwiefern das wirklich noch so praktiziert wird?

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Fragezeichen.

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Die Beschränktheit der eigenen Wahrnehmung. Das alte Lied. Der ununterdrückbare Impuls, alles damit zu vergleichen, wie es im Heimatland ist oder wäre. In Deutschland, dem Maß aller Dinge auf Reisen. Wie mich das ankotzt.

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Ich mag das Hupen, das ständige Hupen, kurz, hallo, hey, hier bin ich, ich komm von rechts, von links, ich überhol jetzt, was soll das, fahr weiter, so ein Hupen die ganze Zeit. Was besser wäre: statt Fotos Geräusche aufzunehmen. Ein paar Soundfiles, sage ich zu D., der „En passant Files“ versteht, worüber wir lachen müssen. Kennst du das, fragt D., wenn man was falsch verstanden hat und in der Sekunde, wenn man nachfragt, es dann doch versteht?

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Mir mal Gedanken darüber machen, warum ich alle beneide, die schon länger hier sind oder bleiben werden, die einfach mehr Zeit haben in diesem Ausland als ich. Vermutung, dass das wohl weniger mit dem spezifischen Land zusammenhängt als mit dem Wegsein. Unterwegssein. Der Aufregung, die mit dem es-ist-ganz-anders-als einhergeht.

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„Aber hier leben, nein danke.“

Donnerstag, 14. November 2013

14

Und dann die drei Internationals, die R. und mich ansprechen, auf der Oranienstraße, Mittwochnacht um 11. Entschuldigung, ob wir englisch sprechen würden? Es solle hier eine Straße geben mit lauter Bars und Clubs, welche das denn sei? Wir heben die Schultern: Diese hier. Das ist schon die Straße. But... where?, fragt einer von ihnen verständnislos; das hatten sie sich anders vorgestellt, klar. Wir stehen an der Kreuzung Pizzaladen, Blumengeschäft, Klamotten und Sushi, und es sieht alles überhaupt nicht nach wildem Nachtleben aus. Vorallem nicht an diesem Tag um diese Uhrzeit. Ich deute auf die Luzia Bar schräg gegenüber, maybe you like it there. So stelle ich es mir vor, als Tourist in Berlin zu sein, sage ich später zu R., dass man rumrennt und sich fragt: Was soll denn hierdran so toll sein?, oder bin ich noch gar nicht da, wo es so toll ist?, aber wo muss ich denn dann hin?
But... where?

Dienstag, 12. November 2013

12

Ich habe doch auch keine Ahnung. Einen Tag mal nicht gebloggt, schon Totalblockade. Jetzt auch gleich der Gedanke, dass meine drei Leser_innen das sicher auch nicht so furchtbar interessant finden. Ähem. 

Sonntag, 10. November 2013

10

Und dann dieser Typ, Teilnehmer des Workshops an diesem Wochenende, der mir in aller betrunkenen Kumpelhaftigkeit einen Handshake anbietet: Komm schon, darauf können wir uns jetzt einigen, darauf schlagen wir ein; nur um dann, während wie uns die Hände schütteln, mit seinem Mittelfinger an der Innenseite meiner Handfläche entlangzukratzen, was ich widerlich finde, übergriffig auf diese unterschwellige Art; man nimmt es wahr, aber niemand hat es gesehen. Ich ziehe meine Hand zurück, frage: Was soll das?, und, als er mir kurz darauf zum Abschied wieder die Hand hinstreckt: Nee, ich geb dir sicher nicht nochmal die Hand, das fand ich eben zu ekelhaft. Er tut entrüstet: Komm schon!, sagt er noch einmal schämt sich bereits, das sehe ich ihm an. Erzählt mir am nächsten Morgen: Ach, die Moselweine, man würde sie ja so wegkippen, ohne zu merken, dass sie 12% Alkohol hätten, nicht 7% wie andere Weine, tja. Der Rest ist Schweigen. Und dann bei der Mittagspause am Tag darauf höre ich ihm zu, als er davon schwärmt, wie es für ihn sei, Vater zu werden, ganz toll, wie er alles nachvollziehen könne, was seine Freundin usw; quasi selber schwanger sei er. Der heterosexuelle Mann in all seiner Jämmerlichkeit, denke ich, ungerecht, ich weiß, aber doch. Doch. 

Samstag, 9. November 2013

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"Kitsch und Kälte" - Titel einer Zeitschrift für Kunst und Kultur, die ich demnächst gründen werde.

Freitag, 8. November 2013

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Nichts weiter.

Donnerstag, 7. November 2013

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Mir fällt nichts ein. Auch ein schöner Zustand, eigentlich. "Le Jour, La Nuit, Le Weekend", dieser Zettel hängt jetzt über meinem Schreibtisch. Bezieht sich eigentlich auf ein neues Produkt aus dem Hause ich glaube Chanel, bzw. gleich drei neue Produkte, Cremes für, nunja, den Tag, die Nacht, das Wochenende. So genau hab ich mir das nicht durchgelesen. Mag es nur, ans Wochenende auf französisch zu denken. Meine mich jetzt daran zu erinnern, bei einer der ersten Französischstunden in der Schule das Wörtchen "Baguette" in meinem Übereifer "Baschett" ausgesprochen zu haben. Klingt doch auch viel französischer! Und dann später habe ich in einer Bäckerei eine Verkäuferin ausgelacht, die ein etwas längliches Brötchen als "Baguette" bezeichnete. Das soll ein Baguette sein!? Läscherlisch!, habe ich natürlich nicht gesagt, nur gedacht, Spiel mit mir selbst: Du bist die französische Austauschschülerin. Meine Güte. Kurz darauf M. getroffen, der die Bigband leitete damals. Der ein Weihnachtsgeschenk für seine Freundin suchte, und ich dachte: Warum suchst du kein Weihnachtsgeschenk für mich!? Wie alt war ich damals, vierzehn? Kurz darauf bin ich krank geworden, das weiß ich auch noch. Aber eigentlich fällt mir nichts ein.

Mittwoch, 6. November 2013

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Irgendwann waren wir alle mal so alt!, sagt der Mann hinter der Theke und strahlt, und es stimmt, wenn uns eins vereint, ihn, das Paar am Nachbartisch, R. und mich, dann, dass wir alle mal so alt waren wie L. jetzt, vier Tage vor seinem ersten Geburtstag; es ist bloß unterschiedlich lange her. Ist das nicht verrückt?, fragt der Mann, ein bisschen stolz ist er auf seine Feststellung und kann es nicht verbergen; die Art, wie gerade ältere Männer mal so ihre Weisheiten von sich geben und dann doch unterstreichen müssen, dass das gerade eben eine Weisheit war, Anerkennung bitte! Während ältere Frauen ihre Weisheiten eher nebenbei fallen lassen, niemals damit auftrumpfen würden, weil sie damit sicher keine Anerkennung ernten würden, sondern höchstens scheele Blicke. Die unfassbar lässige Attitüde der Grande Dame, die bei meiner Mutter zum Vorschein kommt, wenn sie mal aus dem Nähkästchen plaudert. Auch bei meiner Großmutter, als sie noch lebte. Antrainiertes Understatement: Das, was ich sage, ist ja nicht so wichtig. Nicht? Verrückt, ja, sage ich.

Dienstag, 5. November 2013

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"Was ist los, hast du kein eigenes Leben?"
"Nein. Aber das weißt du doch."

Montag, 4. November 2013

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Frau K. ist schlecht gelaunt. Kenn ich, ist manchmal so. Kann ich auch nichts gegen tun. Dass jetzt wieder die Zeit ist, wo alle krank werden, sagt sie. Und ich: Irgendwann ist es ja wirklich schon um vier Uhr dunkel! Man kennt es, und vergisst es dennoch immer wieder. Wie es ist, wenn der Herbst kommt. Die braune Blättermatsche auf den Gehwegen. Rauszugehen mit dem Gefühl: Ist bestimmt schon kalt!, und dann ist es überraschend mild. Worüber man sich nicht freuen kann. Was einen, im Gegenteil, eher empört. Denn kalt wird's noch werden, früher oder später. Also verarsch mich nicht, Wetter. Dass Frau K. schlecht gelaunt ist, zeigt sie übrigens nicht. Will es jedenfalls nicht zeigen. Ich spüre es trotzdem. Sehe es ihr an, ihrem schmalen Mündchen, den traurigen Augen. Dieser gewissen Trotzigkeit, die sie ausstrahlt. Wie ein Kind, das mit gesenktem Kopf den Eltern hinterher. Bei dem Spaziergang, auf den es keine Lust hat. Will lieber zu Hause bleiben. Waffeln essen. Oder Eis!, aber die Eisdielen machen jetzt langsam alle zu. Aber wir haben neulich Freunde besucht, sagt M. am Telefon, die haben ein Kind, und die haben gesagt: Wenn wir ein Kind bekommen, dann kommt das in unser Leben.

Sonntag, 3. November 2013

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Der November ist also der Monat, in dem jeden Tag gebloggt wird? Okay.