Montag, 16. Oktober 2017

Notizen KW 41

Die Terrorübung, bei der die Berliner Polizei neulich einen Angriff mit Biowaffen simuliert hat, lief unter dem Namen "Wunderbaum". Ja genau, so heißen auch diese Lufterfrischer, die eine Zeitlang von jedem Autorückspiegel baumelten und die man jeweils nur stückchenweise aus der Plastikverpackung ziehen darf, weil der Gestank, ah nein: der Duft sonst unerträglich wäre.
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Die Telegram-Spezialfunktion für Introvertierte
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Was für ein Name für einen Waffenladen. Sind wir nicht alle Soldaten des Schicksals, kämpfen in der Armee der Ergebenheit.
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Der Kram von Krim zu verschenken. Auch schön, warum nicht.
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Kochbuch für Witwer:
"Es ist wirklich entstanden aus den Erzählungen unserer Pflegekräfte, die gekommen sind und gesagt haben: Ich weiß überhaupt nicht, was ich jetzt essen soll, können sie mir nicht mal ein einfaches Rezept aufschreiben?"

Montag, 9. Oktober 2017

Notizen KW 40

Was es alles gibt: Diskrete Mathematik. Mit taktvollen Gleichungen, zurückhaltenden Nachkommastellen und unaufdringlichen Unbekannten hat das Ganze natürlich nichts zu tun, sondern mit, äh ja, wer das gut erklären kann, tue es bitte in den Kommentaren.
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In meinem Regal auf der Suche nach einem ganz anderen Buch überraschenderweise auf "Was vom Tage übrigblieb" des diesjährigen Literaturnobelpreisträgers gestoßen. Wusste gar nicht, dass ich das besitze. Gelesen habe ich es auch noch nicht (oder ich erinnere mich nicht daran). Die Vorstellung (der Wunschtraum) von einem magischen Bücherregal, in dem sich stets alle Bücher finden, die einen momentan eventuell interessieren könnten.
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Seltsam berührende Headline. Die Schönheit der Alliterationen. Die Traurigkeit des Inhalts. Die geradezu symbolhafte Zufälligkeit der Zahl 18.
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Noch von irgendwann in meinem Linkordner: 7 videos of German facial expressions that need explaining – "5. Blinking 'Hello'" könnte ich mir immer und immer und immer und immer wieder angucken.

Mittwoch, 27. September 2017

Dienstag, 19. September 2017

Was es geben müsste

Es müsste eine Hotline geben, wo Menschen anrufen könnten, die wichtige Telefonate zu tätigen haben, aber leider äußerst ungern telefonieren. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Hotline wären nett und verständig. Guten Tag, hier ist auch nur ein Mensch, was steht denn an? So würden sie jeden Anrufer und jede Anruferin begrüßen. Und dann könnte man erzählen: Ja also, ich muss jetzt gleich zuerst mal bei der Bahn anrufen, weil, mir ist meine Bahncard nicht zugestellt worden. Und ich bin mir ziemlich sicher, das liegt an der Post, deswegen muss ich als nächstes da anrufen und mich beschweren, dass der Postbote uns immer noch nicht all unsere Briefe bringt. Ich hab mich da schon mal beschwert, aber das hat nichts gebracht, also muss ich diesmal vielleicht deutlicher werden. Ja und dann muss ich bei der Firma anrufen, die neulich diese Stelle ausgeschrieben hat, ob meine Bewerbung überhaupt angekommen ist? Weil, ich hab gar nichts von denen gehört. Und kann ja sein, die haben auch nur Probleme mit der Post. An der Hotline könnte man so unordentlich reden, wie man will. Oder wahrscheinlich wie man gar nicht will, aber leider nicht besser kann. Aber man muss nicht immer alles besser können. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen würden einen trotzdem verstehen. Sie würden fragen: Wollen wir die Gespräche mal durchspielen? Aber meistens wäre das gar nicht nötig. Man hätte ja nun bereits einmal telefoniert. Sich daran erinnert, wie die eigene Stimme klingt. Sich daran erinnert, dass am anderen Ende immer auch nur ein Mensch ist. Das wäre übrigens nicht nur der Begrüßungs-, sondern auch der Abschiedsspruch der Hotline-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen: Dann viel Erfolg beim Telefonieren! Und vergessen Sie nicht, am anderen Ende ist immer auch nur ein Mensch! Ja, danke, würde man sagen, genau, haha. Die Hotline-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen würden einem in dem Moment ein wenig leid tun. Den ganzen Tag telefonieren! Nicht auszudenken.

Montag, 18. September 2017

Vielleicht

sollte ich doch Drehbuchautorin werden. Der Bildergalerie zufolge entspricht vor allem das Aufgabenfeld "Im Besprechungsraum recherchieren" voll und ganz meinen Kenntnissen und Fähigkeiten. Ebenso attraktiv erscheint mir die Tätigkeit "Ideen zu Inhalt, Handlung und Figuren sammeln". Und sehe ich mir die berufliche Herausforderung "Zusammenfassung der Geschichte notieren" einmal genauer an, so kann ich nur konstatieren: Ja, genau so möchte ich meinen Arbeitsalltag gestalten!

Donnerstag, 14. September 2017

Das Mädchen

Das Mädchen sitzt auf dem Boden und weint. Ich nehme die Kopfhörerstöpsel aus dem Ohr, beuge mich runter. Ist alles in Ordnung?, frage ich. Ich kann nicht laufen, sagt sie. Doch, bestimmt kannst du das, sage ich. Nimm mal meine Hand. Ich reiche sie ihr. Sie nimmt sie. Und rappelt sich auf. Meine Hand ist ganz dreckig, sagt sie. Das ist nicht schlimm, sage ich. Wir gehen nebeneinander her, in die Richtung, aus der ich gekommen bin. Aber kalt ist deine Hand, sage ich. Ein paar Meter weiter steht ein Mann, der uns entgegenlächelt. Gehört ihr zusammen?, frage ich. Ja, sagt er. Ja ne, sage ich, es soll so klingen wie: Sieht man auch. Da hat das Mädchen meine Hand schon losgelassen. Und ich wende mich ab und geh weiter meines Wegs. Mit den Stöpseln wieder im Ohr. Und ein bisschen Herzklopfen. Hätte ja sein können, das Mädchen fängt noch doller an zu weinen, wenn ich es anspreche. Hätt ja sein können, der Mann und das Mädchen, Vater und Tochter, haben da gerade einen Konflikt zu klären, in den sich niemand einmischen soll. Eine Sache, die nur die beiden etwas angeht. Aber mir ist der Blogeintrag von aufZehenspitzen so in Erinnerung geblieben. „Von verzweifelten, wütenden, protestierenden Kinder halten sich die meisten Menschen lieber fern“, hat sie da geschrieben. „Vielleicht aus Angst vor unerwünschter Einmischung? Vielleicht aus Ignoranz? Unlust? Vielleicht aus Unwissen, dass eine kurze sorgsame Intervention Situationen sehr schnell entspannen könnte?“ Ignorant, unlustig, unwissend, das bin ich alles schon längst nicht mehr. Und ja, auch der Spruch von dem Dorf, das man braucht, um ein Kind und so weiter, fällt mir ein. Und Berlin, Berlin ist ja im Grunde auch nur ein Dorf, denke ich.